Förderung für Hofübernahme und Betriebsgründung

Frist für die Fördermaßnahme Existenzgründungsbeihilfe unbedingt beachten!

In der neuen Programmperiode LE 2014-2020 ist analog zur früheren Niederlassungsprämie eine sogenannte Existenzgründungsbeihilfe für Junglandwirte/Innen vorgesehen. Betriebsgründer, die zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens vierzig Jahre alt sind und erstmalig auf eigenen Namen einen Betrieb gründen oder die Betriebsnachfolge antreten, können bei der bewilligenden Stelle, dem Amt der Tiroler Landesregierung - Abteilung Agrarwirtschaft, den Antrag auf Existenzgründungsbeihilfe stellen.

Der Förderantrag ist bis spätestens ein Jahr nach der Betriebsübernahme zu stellen.

Neu ist in der Fördermaßnahme, dass die Betriebsübernahme nicht zwingend mit der Eigentumsübernahme verknüpft ist. Die Übernahme durch Pacht des elterlichen Betriebes gilt demgemäß ebenfalls als Erstübernahme des Betriebes im Sinne der Fördermaßnahme. Und diese Bestimmung muss unbedingt beachtet werden! Denn die Förderung zielt ausschließlich auf die Erstübernahme eines Betriebes ab, und nur in dem Fall wird die Förderung auch gewährt.

Da in der vergangenen Förderperiode die Übernahme durch Pacht im Sinn der Förderung nicht als Übernahme galt, müssen Förderwerber, die vor dem 8. April 2014 den elterlichen Betrieb durch Pacht übernommen haben, den Förderantrag bis spätestens 21. Februar 2016 stellen! Eine spätere Einreichung ist für diese Fälle ausnahmslos nicht mehr möglich!

Die Frist zum Nachweis der Erstübernahme des Betriebes ist durch die erstmalige Bewirtschaftung nach Invekos oder durch den Nachweis über die Sozialversicherung zu belegen.

Eine Reihe weiterer Kriterien ist zu beachten. Jeder Förderwerber muss eine geeignete Mindestqualifikation in Form der landwirtschaftlichen Facharbeiterprüfung oder einer höherwertigen Qualifikation im Bereich der Landwirtschaft nachweisen. Wenn diese Voraussetzung zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht vorliegt, kann der Nachweis innerhalb einer zweijährigen Frist ab der ersten Niederlassung nachgeliefert werden. Der Arbeitsbedarf eines bestehenden Betriebes, der übernommen wird, muss mindestens 0,5 Jahresarbeitskraftstunden (kurz „bAK“) entsprechen. Ein neu gegründeter Betrieb muss im Haupterwerb bewirtschaftet werden und einen Arbeitsbedarf von mindestens 1,5 bAK aufweisen.

Bei Grünland- und Ackerbaubetrieben ist eine Mindestbewirtschaftung von drei Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nötig. Betriebe des Garten-, Obst- oder Weinbaus und der Bienenhaltung, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, müssen über einen eigenen Einheitswert oder den Zuschlag zum landwirtschaftlichen Einheitswert verfügen.

Zur Förderbarkeit ist weiters ein Betriebskonzept vorzulegen, das die Ausgangsposition, die Strategie zur Entwicklung und Ausrichtung des Betriebes sowie die Ziele für die nächsten fünf bis zehn Jahre beschreibt. Die Einhaltung der Bewirtschaftung nach dem vorliegenden Betriebskonzept ist Pflicht. Nach drei Jahren hat der Förderwerber diese Verpflichtung darzustellen und der bewilligenden Stelle mitzuteilen. Wird das Betriebskonzept nicht umgesetzt, wird die zweite Teilauszahlung des Förderbetrages nicht ausbezahlt.

 

Förderwerber von Betrieben mit einem Arbeitsaufwand von 0,5-1 bAK erhalten zwei Teilzahlungen mit 1.000 bzw. 1.500 Euro, Betriebe über 1bAK erhalten zwei Teilzahlungen mit je 4.000 Euro. Nach dem vollständigen Übergang in das Eigentum wird für jeden genehmigten Antrag eine Pauschalzahlung von 3.000 Euro gewährt.

Mit der Gewährung der Förderung ist eine mindestens fünfjährige Bewirtschaftung des Betriebes zu gewährleisten.

Auskünfte zur Existenzgründungsbeihilfe erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer (Tel. 059292-1212).